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'Die Menschen sind umso leichtgläubiger, je glücklicher sie sind! ' - unbekannt

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3 Kommentare

  1. 1

    Mitleser

    Unabhängig vom Oktoberfest hatte auch ich ab etwa 1994, 1995 dieses Empfinden, daß sich Deutschland nun anders anfühlte als ich es von früher gewohnt war, und daß diese Tendenz zunahm. Es war damals ein diffuses Empfinden, das ich noch nicht so richtig artikulieren konnte. Aber man konnte es spüren, daß die Vertrautheit langsam zu verschwinden begann.
    An was könnte man es festmachen? Da waren natürlich schon die ersten großen Asylantenwellen Anfang der 90er. Dann der Generationenwechsel in den Betrieben. Die alten Führungskräfte hatten sicher auch ihre Macken, aber ich erinnere mich an ganze Flutwellen von arroganten Schnöseln mit blauen Hemden und gelben Krawatten, die handytelefonierend in die Firmen einfielen: da wehte dann ein anderer, ein eiskalter Wind.

    Wenn ich in den 80er Jahren von einer Reise am Münchner Hauptbahnhof aus dem Nachtzug stieg, dann fühlte sich das eben nach München an. Die Bedienung am Kiosk sprach bayrisch. Heute ist dieses Gefühl nicht mehr da. Es könnte überall sein, alles ist gleich fremd, austauschbar.
    Bin übrigens auch ein Kind der sechziger Jahre, aber eher zum Ende hin.

    Reply
    1. 1.1

      Bondaffe

      Das sehe ich auch so. Es gibt viele solcher Dinge. Alles wird vereinheitlicht. In München sind die Untergeschosse
      der S-Bahnhofe Marienplatz, Karlsplatz (Stachus) und Hauptbahnhof in den letzten Jahren umgebaut worden. Das sieht
      modern aus, ist aber DEUTSCHLANDWEITER EINHEITSBREI. Alle Bahnhöfe sehen so aus, in allen großen Städten ist es
      überall gleich langweilig und der Trend setzt sich fort. So ist das. Hochmodern aber architektonisch stinklangweilig.
      Welche Kraft/Macht steckt dahinter?

      Reply
      1. 1.1.1

        Mitleser

        Es ist ist wirklich sehr schade um München. Man könnte soviel schreiben. Z. B. auch daß die alteingessenen Geschäfte zunehmend dem Einheitsbrei der Ladenketten weichen. Die moderne Architektur – dieser überall gleich aussehende Einheitsmatsch aus glatten Fassaden – entspricht dem One-World-Menschen. Flexibel, nirgends wirklich zuhause, wurzellos, überall daheim. Egal ob man in München die Neubebauung am Hbf (Hackerbrücke, Arnulfstraße) oder die Messestadt Riem nimmt, oder in Hamburg die „neue Hafencity“ oder das neue Berlin-Mitte – alles gleich unpersönlich glatt, kalt – genauso wie unsere neuen „Führungskräfte“.
        Wir waren in der Firma eine zufriedene und leistungsfähige Belegschaft. Ein langjähriger Kollege, der schwerste private Probleme hatte – es ging um die Gesundheit eines nahen Angehörigen – ertränkte seinen Kummer mal in Alkohol. Alle, einschließlich der Abteilungsleiter haben zu ihm geholfen, und so ein Ausfall wurde einfach von den anderen mitgetragen. Unter den neuen smarten jungen Herren wurden dagegen Leute, die 30, oder 40 Jahre in der Firma waren, wie der letzte Dreck behandelt und gingen wie Tagelöhner usw. Das war die neue „Unternehmenskultur“.
        Bei einer Firma im Münchner Osten gab es gar keinen festen Arbeitsplatz (gemeint ist der Schreibtisch) mehr. Jeder hatte nur noch einen Rollcontainer mit seinem Bürozeug drinnen. Heute da, morgen dort.
        Welche Macht steckt dahinter? Nun, ich bin der Meinung, daß es letztlich die gleichen Mächte sind, die den Kommunismus (alle gleich, aber manche gleicher, allen gehört alles, aber manchen mehr) erfunden und finanziert haben: Keine Nationen mehr, keine Traditionen mehr, keine Muttersprachen, keine Familien mehr, kein Privateigentum mehr, kein Geld mehr (im Sinne von Bargeld). Eben habe ich gelesen, daß die Vereinten Nationen eine Resolution anstreben, nach der es ein „Recht auf Migration“ geben soll. Das heißt, die Völker verlieren das Hausrecht im eigenen Land.
        Wann wird das Individuum dann das Hausrecht in der eigenen Wohnung verlieren? Schließlich grenzt so ein Gartenzaun oder eine Haustür ja andere aus!
        Übrigens wollte ich den Kommentar unter den Oktoberfest-Beitrag stellen, aber ist ja nicht so wichtig.

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